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BEHEMOTH - CARPATHIAN FOREST - KHOLD - EMPYRE

 
2001-10-19 AT Wien - Arena

Was für ein kultiger Abend!! Wie lange habe ich nicht darauf gewartet, dass wieder mal eine richtige Black Metal Partie uns in Wien heimsuchen wird und mit dem Tag schien endlich der Tag gekommen zu sein.

Etwas verfrüht machten wir uns auf den Weg zur Arena, weil ich noch ein Interview mit CARPATHIAN FOREST geplant hatte, jedoch hieß es für uns dort noch ein Weilchen in der Kälte stehen, bevor EMPYRE schließlich den Auftakt machten.

Und diese enttäuschten mich wahnsinnig. Waren sie mal einst eine meiner Lieblingsbands aus dem Umkreis, da sie einen unverkennbaren und eigenen Stil zwischen Death und Black Metal hatten, so haben sie in meinen Augen eine Regression vollzogen, denn was sie mittlerweile spielen, hat nichts mehr an sich mit dem originellen Demo, sondern klingt eher wie der übliche Death Grind, den man von Bands aus dem Raum Wien schon auswendig kennt. Ich hoffe nur, dass das nur ein kurzer Ausrutscher ist, und dass sich die Vier doch noch besinnen, damit weiterzumachen, worin sie wirklich gut sind...

KHOLD, die quasi die Nachfolger von Tulus darstellen, geigten als nächste auf, jedoch begann ich bereits nach der ersten Minute zu Gähnen, denn etwas dermaßen unspektakuläres habe ich selten gesehen. Nicht dass ich etwas gegen primitiven Black Metal habe, wenn dieser aber meist aus nur einem langweiligen Riff besteht, das sich durch das gesamte Lied zieht, und sich dazu im Schneckentempo fortbewegt, kann ich dem jedoch nichts abgewinnen. Schon Tulus fand ich nicht so besonders aufregend, doch KHOLD haben sie in Punkto Langeweile noch um einiges überholt.

Somit war es Zeit für meine eigentlichen Headliner des Abends, die Norweger CARPATHIAN FOREST. Mit Theme from Nekromantikk eingeleitet, betraten dann auch die Formation rund um Mastermind Nattefrost, die unter anderem aus Tchort (Ex-Emperor, Ex-Satyricon) und A. Kobro (Ex-In The Woods) besteht, die Bühne und ernteten einen dermaßigen Beifallssturm, den ich den Österreichern gar nicht zugetraut hätte, mag es also doch noch Vertreter des wahren Black Metals in heimischen Gefilden geben? Die Show der Norweger war so dermaßen mitreißend, dass die Menge nahezu gebrodelt hat, sogar die Death Metal Fraktion zeigte sich durchwegs positiv überrascht von dem ausgereiften Gespiele. So hämmerten sie mit Mask Of The Slave, The Suicide Song oder Black Shining Leather einige ihrer Hammersongs ins Wiener Publikum, die trotz einiger Soundprobleme gewaltig und kräftig rüberkamen. Lediglich die provokante Show, die ja CARPATHIAN FOREST bei den Deutschen so unbeliebt gemacht hatte, vermisste ich ein wenig, doch war auch ich mit dem Resultat mehr als zufrieden. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Konzert Anstoß dazu war, in nächster Zukunft noch mehrere Bands dieses Genres zu uns zu holen. (Dunja)

Nachdem mich CARPATHIAN FOREST wirklich überzeugt hatten (aber von heimlichen Headlinern bemerkte ich nix...3:-P@Dunja) hieß es dann ein wenig warten auf die WAHREN Headliner des Abends, die Polen BEHEMOTH. Ich war mit sehr hohen Erwartungen zu diesem Konzert gekommen, aber Nergal und seine Mannen sollten mich nicht enttäuschen! Von Anfang an peitschten die Könige des Ostblock-Todes ihre genialen Nummern in die Meute und das mit einer Intensität, noch besser gesagt mit LEIDENSCHAFT, die vielen großen Bands schon abhanden gekommen ist. Wenn man Nergal ansah, dann konnte man das Feuer in seinen Augen sehen, und dieses Feuer sprang zumindest auch auf einen Teil des Publikums über - viel kann man vom Wiener Publikum ja leider eh nie erwarten, is halt eine recht traurige Sippe. Nicht, daß mal einer das Maul aufkriegt und eine grandiose Band anfeuert...mehr als die Hälfte dieser apathischen Säcke hat doch so eine Band gar nicht verdient! Werde mich mit dieser Aussage nicht beliebt machen, aber das musste einmal gesagt werden. Ich weiß nicht, wie es den Leuten da unten gehen würde, wenn sie auf der Bühne stehen, sich den Arsch wund spielen und dann kommt grade mal ein müdes Gejohle und ein bisschen Klatschen zurück...eine Band wie BEHEMOTH hat für eine derart grandiose Leistung sicherlich bessere Reaktionen als die eben von mir erwähnten verdient. Ich werde jetzt aber meine Ausschweifungen beenden, es macht wohl doch keinen Sinn...Fazit - Behemoth waren in allen Belangen überzeugend und ich bin auf alle Fälle auf meine Kosten gekommen, aber das Umfeld hätte eben noch besser sein können. Schande über Wien!!! (Mephisto--->)

Der kultigste Teil des Abend waren jedoch die Stunden nach der Show. Beigetragen dazu hat Attila Csihar, der ehemalige Sänger von Mayhem aus De Mysteriis Dom Sathanas Zeiten - ein Original, wie man ihn wohl kaum zweimal finden kann. Sturzbetrunken versuchte er sich in einen sehr emotionsreichen Streit einzumischen, indem er sich zwischen die Streithähne stellte und "Hail Satan" brüllte, und sich dann permanent darüber beschwert hat, dass er kein Wort verstehen könne. Außerdem haben wir es geschafft, den werten Attila dazu zu bringen, sein berühmtes Funeral Fog exklusiv für uns zu grölen, das ihr übrigens hier downloaden könnt! Ein absolut kultiger Abschluss für einen absolut kultigen Abend!

 
story © Dunja