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2007-03-22 DE – Osnabrueck - Bastard Club

Gerade zurück von London, schnell noch ne Frühschicht eingeschoben und schon stand ich wieder vor einer – zugegebenermaßen winzigen – Bühne. Tourauftakt der MORGANA LEFAY Tour! :)
Trotz aller Euphorie mal wieder meine Lieblingsschweden zu Gesicht zu bekommen, ließen diverse Fakten im Vorfeld nix Gutes erahnen. Die Tour wurde relativ kurzfristig zusammengestellt, Custard stiegen unerwartet aus und wurde durch die österreichischen Prog-Metaller von SERENITY ersetzt und es gab praktisch keine Werbung zur Tour.
So fanden sich dann auch keine 100 Leute im wirklich buchstäblich eiskalten Bastard Club zu Osnabrück ein, wo man sogar noch während des Konzertes seinen eigenen Atem sah! Das hielt die Schweden aber nicht davon ab in Schlappen ohne Strümpfe rumzulaufen. Aber den kleinen Pupillen von z.B. Charles Rytkönen nach zu urteilen, hatten sich MORGANA LEFAY bereits reichlich von innen aufgewärmt... ;)

:: Fotos ::

Nach den üblichen Begrüßungsritualen ging es auch ohne große Verzögerung los und » SERENITY « enterten die... ähm... Bühne. Statt Power Metal (Custard) nun also melodischer Prog Metal. Ich für meinen Teil hatte damit überhaupt keine Probleme, da der Band neuestes Album Words Untold & Dreams Unlived (VÖ 27.4.2007) bereits über unseren Promotisch gewandert und ich davon begeistert war. SERENITY hatten wirklich einen fantastischen und vor allem kraftvollen Sound und traten dann schon mal gleich richtig Arsch mit Reduced To Nothingness. Es folgten neben zwei weiteren neuen Stücken, drei alte, die sich aber ebenfalls also Bonus auf dem neuen Album finden lassen. Musikalisch fühlte ich mich das eine oder andere Mal an Dream Theater erinnert, auch Threshold und Kamelot passen z.B. gut als Referenz. Demzufolge war das Feedback leider mäßig, denn der werten Zuhörerschaft gelüstete es nach härteren Tönen. Dennoch kann man ohne schlechtes Gewissen sagen, das der eine oder andere von SERENITY positiv überrascht war. Ich fand die Show wirklich toll!
Setlist: Reduced To Nothingness, Circle Of My 2nd Life, Forever, Canopus 3, Engraved Within

Danach folgte das deutsche Metal-Urgestein » SACRED STEEL «, um endlich seine lange Bühnenabstinenz zu beenden. Was folgte, lässt sich schwer in Worte kleiden... Die Show von SACRED STEEL triefte nur so von allen gängigen True Metal Klischees, war aber gleichzeitig so dermaßen mitreißend, dass sich wirklich keiner zu schade war, bei so ziemlich jeden Song mitzugrölen, die Fäuste zu recken oder aufblasbare Plastikschwerter zu schwingen (ok, war n Joke *g*). Eins muss man Sänger Gerrit lassen: mit seiner charismatischen Art hatte er im Handumdrehen den Laden im Griff. Fans und Nichtfans tanzten wie Marionetten nach dem Willen des Meisters ;) Musikalisch ging es dabei quer Beet durch die gesamte, nunmehr 17 Jahre und 6 Alben umfassende Historie, von Reborn In Steel, bis zum aktuellen Album Hammer Of Destruction. Es war wirklich spaßig zu sehen, wie das Volk zwar das Gesicht ob der Klischees verzog, aber absolut nicht umhin konnte, quasi auf die Knie zu fallen und SACRED STEEL zu huldigen. Die Stimmung erreichte hier definitiv ihren Höhepunkt! Ganz großes Kino! Ehrlich!
Setlist: Maniacs Of Speed, Battle Angle, Hammer Of Destruction, Sacred Bloody Steel, Lust For Blood, Open Wide The Gate, Heavy Metal To The End, Black Church, Dark Forces, Slaughter Prophecy, Wardogs // Metal Is War, Sacred Steel

Dann war es endlich Zeit für » MORGANA LEFAY «. Obwohl das neue Album Aberrations Of The Mind bereits drei Tage vorher veröffentlicht worden war, konnte man es tatsächlich nirgendwo käuflich erwerben. Es gab auch keine Promos, so dass – bis auf den bereits veröffentlichen Song Over And Over Again – niemand wusste, ob und was von diesem neuen Album heute Abend zu erwarten war. Los ging es aber erstmal mit bewährter Kost vom genialen Grand Materia Album, bevor dann mit Face Of Fear der erste neue Track folgte. Der war dann aber auch eine ziemliche Granate ;) Es sollte noch der Album Opener Delusions folgen und eben erwähnte Single in der Zugabe. Derweil versuchten die Schweden sich in üblicher Manier auszutoben, was aber auf Grund der beengten Verhältnisse überhaupt nicht funktionierte. Die Jungs mussten sogar richtiggehend aufpassen, um sich nicht gegenseitig Gitarren- bzw. Basshälse in die Seite zu rammen. Sänger Charles machte das Beste draus und man kann nicht sagen, dass er ruhig auf der Bühne gestanden hätte ;) Auch hier war die Stimmung bestens und gab es rege Interaktionen zwischen Publikum und Band. Nur halt nicht so frenetisch, wie noch bei Sacred Steel, obwohl es MORGANA LEFAY definitiv verdient hätten. Mit Maleficium folgte dann auch das letzte Stück des Set und jeder erwartete, wie auf der Setliste ausgewiesen, das nun die dort angegebenen Zugaben folgen würden. Pustekuchen! Es war kurz nach 23 Uhr und der Veranstalter meinte, dass jetzt TATSÄCHLICH Feierabend wäre. Das hatte natürlich zornige Reaktionen zur Folge, die schon fast in persönliche Drohungen ausarteten. Daraufhin nahm die Band die Zügel selber in die Hand, enterte einfach wieder die Bühne und legten 2 Zugaben nach. Natürlich nicht ohne ein paar deftige Worte in Richtung Veranstalter vom Stapel zu lassen. Der hat das entweder gar nicht mitbekommen oder hat bereits ein dermaßen dickes Fell, dass so was an ihm abgleitet. Er zeigte jedenfalls keinerlei Gemütsregungen. Und der Strom wurde auch nicht abgedreht ;) Geile Show!!! Mal wieder ;)
Setlist: I Roam, Angels Deceit, Face Of Fear, End Of Living, Master Of The Masquerade, Another Dawn, Hollow, Delusions, The Source Of Pain, SOS, Crimson King, Maleficium // Over And Over Again, The Bone He Gives, To Isengard

Wenn es nicht so dreckskalt in dem Laden gewesen wäre, hätte das eines dieser speziellen Konzerte werden können. Aber nichtsdestotrotz hatten wir, die drei NHler Isa, Martin und meine Wenigkeit einen schönen Abend. Und... wir konnten dann doch noch die neue MORGANA LEFAY CD direkt von der Band erwerben und ließen sie uns bei der Gelegenheit gleich signieren ;)

 

story & pics © Dajana