SIGH – Hangman's Hymn / Musikalische Exequien

 
Label: Osmose Productions
Release: 08.06.2007
Von: BRT
Punkte: -/-
Time: 44:17
Stil: Thrash/Black Metal meets Klassik
URL: Sigh
 
Hrmpf, hihi... Damals, als das Debüt Scorn Defeat veröffentlicht wurde, fand ich SIGH irgendwie lustig; wie sie zu bösesten Black Metal Zeiten eben genau diesen Sound in Japan an- oder einführten. SIGH klangen früher eher wie eine trashige (!) achtziger Jahre Deutsch-Thrash Metal Band und waren aufgrund ihres lustigen japanischem Akzentes (Englisch gesungen) weniger böse, jedoch... niedlich.
Nun ja, meinerseits aus den Augen verloren, müssen SIGH doch einige musikalische Inkarnationen durchgemacht haben, in denen sie auch Metal-fremde Regionen aufsuchten, dort jedoch wohl nicht lange blieben. Eine Band auf der Suche... sympathisch.
Mit Hangman's Hymn betreten sie wieder geweihten klassischen Trash Metal Boden. Der alberne Akzent ist nicht mehr so sehr zu hören, dafür haben sich pathetisch-bombastische Opern-Chöre breit gemacht.
Klanglich erinnern SIGH jetzt an die frühen englischen Sabbat (manchmal auf 45), auch gesanglich liegt man recht nah an Martin Walkyiers Gekeife, atmosphärisch liegt man eher bei King Diamond und Mercyful Fate. Was jedoch sehr gewöhnungsbedürftig ist, sind diese klassisch anmutenden operettenhaften Passagen, die wirken, als ob man sich Richard Wagner, Therion und ein Sonntagsmorgen-Konzert ausgeliehen hätte, um sie mit der Band in einen Raum zu sperren. Allerdings spielt hier niemand zusammen, sondern jeder neben den anderen her. So richtig stimmig ist das alles nicht, so richtig begeistern tut es auch nicht. Vermutlich weil es zu dick aufgetragen klingt, weil der Bombast zu bombastisch ist und die ganze Kiste einen etwas seltsamen Beigeschmack hat, den ich nicht erklären kann.
Sicherlich ist Hangman's Hymn ausgefeilt und durchdacht, aber ich habe das Gefühl, hier wurde überambitioniert gehandelt, zuviel gedacht und zuwenig aus dem Bauch heraus musiziert. Andererseits... ohne den ganzen klassischen Firlefanz hielte man eine absolut austauschbare Black-Metal-Geholze-Platte in den Händen. Zwiespältig. Fans von Klassik meets Metal sollten da vorher mal reinhören und selbst entscheiden.