Hrmpf,
hihi... Damals, als das Debüt Scorn Defeat veröffentlicht
wurde, fand ich SIGH irgendwie lustig; wie
sie zu bösesten Black Metal Zeiten eben genau diesen Sound
in Japan an- oder einführten. SIGH klangen
früher eher wie eine trashige (!) achtziger Jahre Deutsch-Thrash
Metal Band und waren aufgrund ihres lustigen japanischem Akzentes
(Englisch gesungen) weniger böse, jedoch... niedlich.
Nun ja, meinerseits aus den Augen verloren, müssen SIGH
doch einige musikalische Inkarnationen durchgemacht haben, in
denen sie auch Metal-fremde Regionen aufsuchten, dort jedoch
wohl nicht lange blieben. Eine Band auf der Suche... sympathisch.
Mit Hangman's Hymn betreten sie wieder
geweihten klassischen Trash Metal Boden. Der alberne Akzent
ist nicht mehr so sehr zu hören, dafür haben sich
pathetisch-bombastische Opern-Chöre breit gemacht.
Klanglich erinnern SIGH jetzt an die frühen
englischen Sabbat (manchmal auf 45), auch gesanglich liegt man
recht nah an Martin Walkyiers Gekeife, atmosphärisch liegt
man eher bei King Diamond und Mercyful Fate. Was jedoch sehr
gewöhnungsbedürftig ist, sind diese klassisch anmutenden
operettenhaften Passagen, die wirken, als ob man sich Richard
Wagner, Therion und ein Sonntagsmorgen-Konzert ausgeliehen hätte,
um sie mit der Band in einen Raum zu sperren. Allerdings spielt
hier niemand zusammen, sondern jeder neben den anderen her.
So richtig stimmig ist das alles nicht, so richtig begeistern
tut es auch nicht. Vermutlich weil es zu dick aufgetragen klingt,
weil der Bombast zu bombastisch ist und die ganze Kiste einen
etwas seltsamen Beigeschmack hat, den ich nicht erklären
kann.
Sicherlich ist Hangman's Hymn ausgefeilt
und durchdacht, aber ich habe das Gefühl, hier wurde überambitioniert
gehandelt, zuviel gedacht und zuwenig aus dem Bauch heraus musiziert.
Andererseits... ohne den ganzen klassischen Firlefanz hielte
man eine absolut austauschbare Black-Metal-Geholze-Platte in
den Händen. Zwiespältig. Fans von Klassik meets Metal
sollten da vorher mal reinhören und selbst entscheiden.