SLARTIBARTFASS – Nebelheim

 
Label: Trollzorn
Release: 19.10.2007
Von: Stormlord
Punkte: 7.5/10
Time: 47:26
Stil: Viking Metal
URL: Slartibartfass
 
Wie auch schon hunderte andere Bands auch, haben sich SLARTIBARTFASS dem Viking Metal verschrieben. Was tut diese Ulmer Gruppe auf Nebelheim also, um sich von der Vielzahl ähnlich gelagerter Musikanten abzuheben?
Zuallererst fällt auf, dass bei SLARTIBARTFASS eine epische Struktur vorherrscht, fröhliche (Trink-)Lieder sind klar in der Unterzahl. Gleichzeitig macht sich eine meist stampfende Härte in den Liedern breit, denen es allerdings ob ihrer Länge am zündenden Funken fehlt, um mein für Klänge solcher Art offenes Gemüt zu entflammen. Zumindest beim Eröffnungsstück Herbstlied gibt es von mir nur leisen Applaus. Eine ins Ohr gehende Keyboardmelodie und hymnenhaftes Midtempo sorgen zwar für gefälliges Wohlwollen, nicht aber für Begeisterung. Dazu fehlt es dem Lied an Überraschungen und stimmlicher Variation. Beim folgenden St.Cuthbert sieht die Sache schon ganz anders aus, denn ein Dudelsack läutet dieses Sahnestück an geschickter Komponierkunst ein. Dabei war ich ob des perfekten Klanges des „Blasebalgs“ ein wenig wegen der Echtheit skeptisch… ein Blick auf die Besetzungsliste macht deutlich, dass die Klänge nicht synthetisch sind – die das Instrument bedienende Jessica ist eben eine Meisterin ihres Fachs. Sänger Daniel klingt hier auch wesentlich eindringlicher. Oft dominieren ausgedehnte Instrumentalpassagen, die den unspektakulären Beginn vergessen lassen. Leider werden dem Blasinstrument zu wenige weitere Einsätze gewährt. Dafür darf Nicolas mit seinem Akkordeon dem Stück Erdmacht einen prägenden Stempel aufdrücken. Der sehr gut gelungene Soloteil der Maultrommel lässt mich ebenso aufhorchen. Die Gitarre ist durch die vielseitige Instrumentierung in den Hintergrund gedrängt, rifft zwischendurch jedoch mal los, um für die nötige Härte zu sorgen.
SLARTIBARTFASS haben mit Nebelheim ein Album eingespielt, das viel mehr Wert auf Atmosphäre denn auf eingängig-fröhliche Mitsing-Schunkelnummern legt. Die Kreativität im Gebrauch der Instrumente und die sparsame Verwendung von Klischees hieven die Veröffentlichung ein Stück aus der Masse heraus. Beim nächsten Mal könnte die Gruppe dem Gesang mehr Abwechslung angedeihen lassen und auch dem Dudelsack mehr Platz zum Atmen geben – Zeit dafür bleibt in den meist überlangen Stücken ja genug.
SLARTIBARTFASS sind auf dem richtigen Weg, so mancher Viking Metal Fan sollte den lohnenden Gang nach Nebelheim antreten, doch Vorsicht ist geboten: auf den Wegweisern stehen als Orientierung Attribute wie „kämpferisch“ oder „nachdenklich“ und weniger „fröhlich“ oder „zum Mitgrölen“!