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2015-07-26 DE – Köln - Lanxess Arena
 

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:: Samstag ::

 

VNV Nation - The Mission - Oomph! - Combichrist - Der Tod (Death Comedy) - Das Ich - S.P.O.C.K. - Stahlmann - Patenbrigade:Wolff • • • Diary Of Dreams - Samsas Traum - Welle:Erdball - Zeraphine - Qntal - Darkhaus - Pokæmon Reaktor • • • Rome - Henric De La Cour - Folk Noir - Euzen - Sonja Kraushofer - Alexander Kaschke (Lesung) - Christian Von Aster

:: Fotos ::

Den Sonntag eröffneten dann zu sehr früher Stunde :: SITD :: Für diese Uhrzeit waren wahnsinnig viele Fans schon vor Ort und feierten fleissig mit. Der Gastauftritt des Frontmanns von Agonoize, Chris L., war dann auch als klein Belohnung für die Frühaufsteher zu verstehen.

In der Arena folgte dann noch die :: PATENBRIGADE:WOLFF :: die etwas Farbe und Niveau mitbrachten. Mit Arbeitsanzügen in strahlendem Orange und ner Pulle Bier in der Hand ging es ans Mikro. Großes Kino und Danke dafür!
Setlist: Feind Hört Mit!, Die Brücke, Freunde der Technik, Volksarmee, Voyage, Gefahrstoffe, Der Brigadier trinkt Bier, Demokratischer Sektor

Nachdem der komplette Samstag im Dunkeln verbracht wurde, freute ich mich umso mehr auf die Bühnen im Aussenbereich. Das :: DIORAMA :: als Opener der Green Stage so fett loslegten, machte das Ganze umso schöner. Viele hatten ja schon am Samstag geflucht, weil die Band auch auf der Streichliste stand. Umso lauter plumpste der Stein, als bekannt wurde, dass der Auftritt nur verschoben wurde. So wurde das Grün standesgemäß eingeweiht.

Weiter ging es für mich wieder in der Arena selbst. :: STAHLMANN :: hatte sich mit leicht neuer Besetzung auf der Bühne aufgestellt und rockte los. Solide NDH-Vorstellung mit lauten Fans war Programm.
Setlist: Willkommen, Adrenalin, Stahlmann, Süchtig, Der Schmied, Spring nicht, Schwarz, Plasma, Tanzmaschine

Zurück im Grünen gab es mit :: POKEMON REAKTOR :: Trash-Elektro-Ichweissnichtgenauwas-Punk auf die Ohren. Für mich leider das erste, aber sicherlich nicht das letzte Mal. Wild, explosiv, aggressiv, lustig, toll!

Mit dem Lachen noch im Gesicht ging es flott Richtung Orbit Stage. Dort wartete :: THE CREEPSHOW :: aus Kanada auf der kleinen Bühne. Nach den ersten Sekunden war ich schon etwas verwundert. Wie kann eine so kleine Person so gute Laune verbreiten? Psychobilly-Rock von Feinsten mit coolen Musikern die sichtlich Spaß hatten. Danke!

Um das Triple perfekt zu machen folgten :: S.P.O.C.K. ::. Die Schweden sind ja bekannt dafür nicht unbedingt die Vertreter der düsteren Klänge zu sein. So standen sie auch auf dem AMPHI wieder mit strahlenden Gesichtern und weißer Garderobe auf der Bühne und taten alles, um Spaß zu generieren. Mit Erfolg. Man braucht immer ewig um die Ohrwürmer weg zu bekommen…
Setlist: Borg, E.T. Phone Home, Dr. McCoy, Astrogirl, Trouble With Tribbles, All E.T:s Aren't Nice, Not Human, Astrogirl’s Secret, Out There, Never Trust A Klingon

Die multinationale Band :: DARKHAUS :: stand als nächstes auf der Tagesordnung. Kopf und bekanntestes Gesicht der Band, Rupert Keplinger (Eisbrecher) an der Gitarre, hatte die Band 2011 ins Leben gerufen. Eine gute Entscheidung und ein heisser Tip für Anhänger der rockigeren Fraktion.

:: DAS ICH :: gilt sicherlich als umstrittene Band. Das Erscheinungsbild von Stefan Ackermann und Bruno Kramm spaltet selbst innerhalb der Szene öfter die Lager. Musikalisch ebenso. Ich persönlich war recht froh Herrn Ackermann wieder bei guter Gesundheit auf der Bühne zu sehen. Leider konnte ich nicht lange genug bleiben um den Gastauftritt von Marianne von Schneewittchen mit zu erleben. Schade.
Setlist: Kannibale, Kain und Abel, Der Schrei, Das dunkle Land, Nahe, Uterus, Kindgott, Gottes Tod, Destillat

Musik zum Träumen gab es bei :: QNTAL ::. Faszinierende Stimmen und eine Mischung aus Folk und Elektronik zog viele in den Bann ihrer Musik. Bei perfektem Wetter saßen im hinteren Bereich die Leute auf der Wiese und lauschten. Verwunderlich allerdings, das sich nur Wenige zum tanzen hinreißen liessen.

Ein weiteres Highlight sollte mich auf der Orbit Stage erwarten. :: EUZEN :: aus Dänemark quetschten sich zu Fünft auf die kleine Bühne und Frontfrau Maria stach nicht nur stimmlich sehr deutlich hervor! Die Mischung aus Progressive-Elektro-Pop, Folk und vielleicht ein bisschen Klassik war hervorragend und auch die Darbietung 1A. Empfehlenswert!

Sven Friedrich ist ja zur Zeit hauptsächlich mit seinem Projekt Solar Fake unterwegs. Umso erstaunlicher war es, dass das AMPHI ihn mit :: ZERAPHINE :: gewinnen konnte. Das sahen wohl auch mindestens die vorderen Reihen so und bereiteten ihm und seiner Band einen frenetischen Applaus und zeigten auch danach noch Textsicherheit und Begeisterung.

Der musikalische Wandel der Band :: COMBICHRIST :: um Andy LaPlegua trifft auch nicht überall auf Gegenliebe. Wünschen sich einige die alte Gangart ohne Gitarren zurück, sind andere wiederum schwer begeistert gewesen vom Auftritt. Krachig und voller Energie war er auf jeden Fall.
Setlist: The Evil In Me, Just Like Me, No Redemption, Zombie Fistfight, Throat Full Of Glass, Can’t Control, Maggots At The Party, Denial, Never Surrender, Blut Royale, Get Your Body Beat, What The Fuck Is Wrong With You?

:: WELLE:ERDBALL :: Die Urgesteine der elektronischen Musik aus einem Commodore C64 sind beliebt wie eh und je. Honey, eingerahmt von seinen Damen an ungewöhnlich angebrachten Keyboards, bildet den optischen und der C64 den akustischen Mittelpunkt.
Setlist: Des Wahnsinns fette Beute, Wir wollen keine Menschen sein, Mensch Aus Glas, Telefonsex, Der Türspion, Hoch die Fahnen, Schweben, Fliegen und Fallen, VW Käfer, Arbeit Adelt!, Die Liebe der 3. Art, Starfighter F-104G, Monoton & Minimal, Es Geht Voran (Fehlfarben cover), neuer Song

Mit :: HENRIC DE LA COUR :: betrat eine Band die Orbit Stage, wo Optik und Akustik nur bedingt zusammen passen. Optisch erwartet man vielleicht eher Psychobilly- oder Horror-Punk/ Rock. Aber nach den ersten Tönen wird klar, dass das eine Fehleinschätzung ist. Melancholische Stücke mit sanfter Stimme, Synth-Pop mit Gitarre oder einfach nur toll!

Mit :: THE MISSION :: standen dann noch Helden meiner Jugend auf dem Programm. Um das im Vorfeld zu klären, Wayne Hussey war recht angeschlagen und das hat man seiner Stimme auch angehört. Ich fand es trotzdem großartig das er die Show absolviert hat und nicht einfach gecancelt. Er hat sich zwei „Hilfsstimmen“ mit auf die Bühne geholt und trotzdem eine gute Show abgeliefert.

Ich hab :: DIARY OF DREAMS :: in den letzten Monaten jetzt schon öfter gesehen, aber der Auftritt auf dem AMPHI war schon besonders. Man hatte das Gefühl, das die Laune der Protagonisten auf der Bühne besonders gut war. Auch passte Sound, Bühne an sich und das Licht perfekt zueinander. Insgesamt ein absolut grandioser Auftritt!
Setlist: Malum, Psycho-Logic, The Wedding, Haus der Stille, O’Brother Sleep, Butterfly:Dance!, Daemon, Dogs Of War, King Of Nowhere, A Dark Embrace, Kindrom, Undividable, A Day In December

Der Headliner in der Arena war mit :: VNV NATION :: gut besetzt. Vor dieser Menschenmenge zu spielen war für Ronan Harris ganz klar das pure Vergnügen. So hat man es sich auch nicht nehmen lassen zu gucken, wie viele Handys und/oder Feuerzeuge bei Shine, Shine Your Light For Me leuchten würden. Ich hätte mir an mancher Stelle mehr Licht gewünscht, alleine um allen mal die Möglichkeit zu bieten, die randvolle Halle zu bewundern, aber es war auch so ein Auftritt, der sicher in der Erinnerung der Fans bleiben wird.
Setlist: Space & Time, Tomorrow Never Comes, Darkangel, Genesis, Illusion, Epicentre, Control, Standing, Everything , Farthest Star, Resolution, Nova, Perpetual

So endete das elfte AMPHI FESTIVAL mit einigen offenen Punkten die mittlerweile auch sehr gut auf der Seite des Betreibers angesprochen und offen behandelt worden sind. Ich sehe dem nächsten AMPHI ehrlich gesagt optimistisch entgegen. Aller (Neu)Anfang ist schwer und dieser, durch die Unwetterwarnung, noch etwas schwerer. Trotzdem wurde es gemeistert und an dem Sonntag hat man gesehen das es zwar nicht der Tanzbrunnen ist, aber durchaus das Potential hat etwas Eigenständiges zu werden.

 

story & pics © Frank Güthoff