Blutengel
- Dreadful Shadows - Icon Of Coil - Stromkern - Pink Turns Blue
:: Fotos
::
[Cal] Pünktlich
angekommen und das Begrüßungsknuddeln zelebriert ging
es zum ersten Akt ins Rund. Die Berliner New Wave/Gothic Legende
:: PINK
TURNS BLUE :: spielte zum Auftakt vor denkbar wenig
Leuten, was natürlich denkbar schade war. Man hatte das Gefühl,
dass hier eine Band schlichtweg verheizt wurde. Da PINK TURNS
BLUE musikalisch auch eher ruhig rüberkommen, war der
Auftakt ziemlich lau, da nützten weder die Klassiker, noch
das Material vom aktuellen Album Ghost.
[Kerstin]
Ja, leider. Für einige wenige Leute begann der Tag schon
mit dem Headliner. Auf einer sehr undankbaren Position als Opener
vor nicht wirklich vielen Leuten spielten sich PINK TURNS BLUE
professionell durch ihr viel zu kurzes Set. Leider passten sie
so gar nicht in das sowieso schon bunt zusammengewürfelte
Line-Up dieses Abends.

[Cal]
Richtig lebhaft wurde es dann mit ::
STROMKERN
::, die erste Überraschung für meine Wenigkeit
;) Waaas? Vegetarian Progressive Grindcore? ... *lol* Das ging
mächtig in die Beine und hat Spass gemacht ;)
[Daniel] STROMKERN machten sehr deutlich, in welchen unvorteilhaften
Slot die Veranstalter die gestandenen Wave-Rocker von Pink Turns
Blue gesteckt hatten. „Verheizt“ ist hier wirklich
das richtige Stichwort. Statt träumerischen Wave-Klängen
tobte nun auf der Bühne der Mob. Der komplett in Anzügen
gekleidete Chicagoer Vierer, der der Electro-Szene Ende der 90er
Jahre den Hip Hop näher brachte, spielte von der ersten Minute
an krachig auf, was vor allem an der furios geposten und energetischen
Gitarrenperformance vom Klampfenmann Dan Klark lag, der mit absoluter
Unfrisur auf dem Kopf die merkwürdigsten Grimassen schnitt,
doch auch Mastermind und Sänger Ned Kirby wusste sich mit
großflächiger Sonnenbrille und Maschinengewehrposen
mit seinem Bass in Szene zu setzen. Die elektronischeren Songs
wie Night Riders, Stand Up oder dem Klassiker Heretic
kamen beim nun zahlreicher in das Halbrund vor der Bühne
drängenden Publikum besser an als die teilweise doch sehr
rockigen neueren Songs, zu denen sich der Sänger den Bass
umschnallte, doch nach diesen äußerst kurzweiligen
und amüsanten 50 Minuten war zumindest die Meute perfekt
eingestimmt auf die folgenden Icon Of Coil. Leider habe ich Perfect
Sunrise schmerzlich vermisst.
Setlist: Night Riders, Sub-Librarian, Delete, Forgiven,
Heretic II, Stand Up, Armageddon

[Daniel]
Andy LaPlegua, seines Zeichens Norwegischer Electro-Tausendsassa,
der in einer Unzahl von Projekten seine Finger mit im Spiel hat,
müsste den jüngeren (Cyber)Electroheads in erster Linie
mit seinem ungemein erfolgreichen Soloprojekt Combichrist bekannt
sein. Für diese Zielgruppe gab es nun eine kleine Lehrstunde:
Der gute Andy kann auch etwas anderes als bollernde Techno Body
Music fabrizieren. Zwar ballerten ::
ICON
OF COIL :: auf dem Blackfield teilweise auch ganz
gut, aber bei diesem leider eingemotteten und in der letzten Zeit
live sehr selten zu erlebenden Projekt bleibt dennoch viel Raum
für dudelnde, futurepoppige Melodiebögen. Einen Hit
nach dem anderen jagten die drei Herren durch die PA und verwandelten
das Theater in eine große Electro-Hölle. So war der
Gig von ICON OF COIL für mich und viele andere der
erste Stimmungshöhepunkt des Tages - kein Wunder bei Tanzflächen-Dauerbrennern
wie Thrill Capsule, Shelter, The Other Half Of Me oder
Access And Amplify, um nur einige wenige zu nennen. Schön
war’s. Bleibt zu hoffen, dass der Andy mal wieder häufiger
seinen Arsch für ICON OF COIL hochbekommt. Wir werden
geduldig warten.

[Cal]
Ich muss sagen, für eine Band, die schon lange nicht mehr
existiert und die eigentlich nur ne Handvoll “Reunion-Gigs”
geplant hatte, trifft man die :: DREADFUL
SHADOWS :: doch recht häufig auf diversen
Bühnen an ;) Mir soll es recht sein, da die Berliner zu meinen
Alltime-Faves gehören. Gut, die Show war von der Songauswahl
her vorhersehbar, gibt ja nix Neues, eine Stunde quer Beet durch
die Klassiker ;) Sänger Sven Friedrich hat es zuweilen mit
dem Pathos übertrieben, so dass er das eine oder andere Mal
stimmlich neben der Spur hing, Das Hör- und Sehvergnügen
hat es nicht geschmälert ;)
[Daniel] Sven Friedrich, die erste. Der Berliner ist in
der letzter Zeit einfach live mit seinen mittlerweile drei Projekten
omnipräsent und ich von den immer gleichen Posen mehr als
gesättigt. Zeit also für ein Frikadellenbrötchen
für schlappe 2 Euro...
[Kerstin] Sven Friedrich entwickelt sich immer mehr zu
einer Pestilenz, die so ziemlich auf jedem Festival mit irgendeinem
seiner Projekte anzutreffen ist. Leider konnten mich die DREADFUL
SHADOWS auch diesmal nicht überzeugen, die Lieder sind
austauschbar, mal mehr rockig, mal mehr elektronisch und die Posen
immer gleich und irgendwann kann man mit gutem Aussehen allein
auch nicht mehr punkten. Dass er auf diesem Festival mit gleich
2 Projekten anzutreffen war, machte die Sache umso nerviger.
Setlist: Intro, New Day, Dead Can Wait, Sea Of Tears,
Dusk, Chains, Burning The Shrouds, Desolated Home, Craving, Vagrants
In Space, Drowning Sun, True Faith, The Cycle

[Cal]
Oh, als Pausenmusik gab es übrigens Rush, fand ich sehr sympathisch
vom Veranstalter ;)
[Kerstin]
Ich hatte die zweifelhafte Ehre an diesem Tag den Headliner ::
BLUTENGEL
:: abzudecken. In Erinnerung an frühere Konzerte
schwante mir bereits Böses, doch ich wurde positiv überrascht.
Der Kitschfaktor wurde um einiges zurückgefahren und gab
dem Konzert mehr Authentizität, was mit Sicherheit auch der
nicht mehr ganz so neuen Stimme Ulrike Goldmann zu verdanken ist,
die mittlerweile mehr und mehr Gesangsparts übernimmt. Natürlich
gab es wieder jede Menge Pyrotechnik, geheimnisvolle Frauen in
Kapuzen und Tänzerinnen in Nonnentracht mit Strapsen und
einen Herrn Pohl, der sich von seinen Hühnern umgockeln ließ.
Leider ließ das Feedback bei Engelsblut doch sehr
zu wünschen übrig, was Chris Pohl nicht davon abhielt,
sich überschwänglich für die tolle Reaktion zu
bedanken. Ein Highlight war das von Ulrike allein interpretierte
Seelenschmerz, bevor dann zum Abschluss bei Vampire
Romance blutverschmierte und –spuckende Tänzerinnen
Ausflüge in die Menge unternahmen und auch Chris Pohl mit
Blut verschmierten.
Leider verfolgte Daniel und mich das Thema BLUTENGEL bis
in die Matrix, da dort während der Aftershowparty die gerade
herausgekommene DVD rauf und runter lief, wo es natürlich
Kitsch pur zu sehen gab.
[Cal] Nee, also wirklich… BLUTENGEL
*prust* Die sind ja so was von peinlich! Hauptakteur Chris Pohl
ist ein arrogantes Arschloch, singen kann er auch nicht und seine
Musik ist durch und durch inszeniert, völlig seelenlos. Selbst
einen verbalen Arschtritt gegenüber den Fotografen konnte
er sich nicht verkneifen. Allerdings muss man ihm zugestehen,
das BLUTENGEL zumindest optisch was her und Fotografen
glücklich machen ;)
Setlist: Singing Dead Man, My Saviour, Beauty And Delight,
Bloody Pleasure, Die With You, Love Killer, Oxidising Angel, Lucifer,
Sunrise, Go To Hell, Engelsblut, Seelenschmerz, Vampire Romance

[Cal]
Damit geht der erste Festivaltag zu Ende und es ist noch immer
hell, na ja fast ;) Das Amphi hatte sich dann doch noch einigermaßen
gut gefüllt. Den Veranstalter dürfte es gefreut haben.
Ich fand’s bis hier schon mal sehr angenehm und sehr relaxt
;)