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AVENGER - DARK STORM - BASTARD - MISANTHROPIC MIGHT

 
2002-06-05 AT – Wien - TüWi
 

Mit einem etwas mulmigen Gefühl erwarteten wir (EquimanthorN, Phil von blackmetal.at und ich) dieses Konzert, da in der Planungsphase schon so einiges schiefgelaufen war, so sagten uns zuerst die Headliner Countess ab, nachdem sie sich als Band getrennt hatten und auch einige Tage vor Konzertbeginn BASTARD aufgrund einer Erkrankung des Bassisten. Zwar war das Glück uns und auch den Bastarden hold, so erholte sich Samuel ziemlich schnell und konnte nun doch mitspielen, jedoch erwarteten wir schon den nächsten Schlag ins Gesicht, der aber zum Glück ausbleiben sollte...

So begannen MISANTHROPIC MIGHT mit ihrem Set - eine relativ neue Wiener Band, von denen ein Teil der Bandmitglieder bereits von Parental Advisory bekannt sein sollten. Gespielt wurde ziemlich schneller Black Metal im Stile von Impaled Nazarene oder Marduk, wobei sich das Ganze doch schon besser anhörte, als auf dem letzten Gig, der doch schon einige Zeit her ist - und das, wo doch einige Line Up Wechsel zu verzeichnen waren: so spielen eben, wie bereits oben erwähnt, nun auch Fredl von Parental Advisory und Ewald von Berserk (der diesmal aber noch nicht dabei sein konnte) mit. Aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung betätigte sich Sänger/Bassist Markus diesmal nur an den Vocals, was den positiven Nebeneffekt mit sich brachte, dass das Ganze optisch sehr ansprechend war, da seine exzessive Ausstrahlung und Bühnenshow den Gesamteindruck deutlich verbesserten. Lediglich das Schlagzeug wirkte noch etwas holprig und auch über die Tiefsinnigkeit der Band lässt sich streiten, was wohl kein Wunder ist, wenn quasi die Hauptaktöre gleichzeitig noch in einer sehr hardcorelastigen Death Metal Band spielen...

Den Auftritt von BASTARD konnte ich leider nur bedingt mitverfolgen, da ich mit Lichttechnik dran war, jedoch wirkten sie für mich souverän wie immer, besonders unter dem Aspekt, dass Bassist Samuel noch vor Tagen mit hohem Fieber gekämpft hatte. So waren diesmal auch einige neue Nummern dabei, die den typischen Stil der Band fortsetzen - das Publikum aber schien an dem Tag einfach zu viel von der Hitze im Tüwi zu haben, so waren leider nicht viele Leute anwesend, da die meisten es bevorzugten, ihr Bier im Freien zu leeren - mir hat's gefallen, auch wenn die Herren BASTARD da anderer Meinung waren.

So war es nun Zeit für die Tschechen DARK STORM, ein Zusammengestell aus Members von AVENGER, Maniac Butcher und einem sehr unterhaltsamen Sänger - aber dazu später. Imposant wirkte die Aufmachung, so trug der Sänger ein Nietenarmband mit ca. 20cm langen Nägeln (was aufgrund des bereits vertilgten Bieres noch sehr schmerzhaft für Leute werden sollte, die ein Foto mit ihm machen wollten) und war schon so dermaßen dicht, dass es ihm schwer fiel, auf die Bühne zu steigen. Bereits nach den ersten Tönen war eines klar - Fucking Hell Massaker pur! Selten hab ich eine dermaßen geile Stimmung erlebt, noch dazu bei einem Wiener (!) Publikum, so wurden die Darkthrone-lastigen Songs abgefeiert und mit Sprüchen wie "Was iss daas?" - "Biiiiiiiiiiiiier" (man stelle sich dazu den tschechischen Akzent vor) brachte der Sänger nicht nur einmal die Leute zum schreien und lachen. Und schließlich stand das Tüwi in Flammen - wie gewohnt durfte dann auch die obligate Feuerspuckeinlage nicht fehlen, bei der sich gleich Sänger Devilish und MB Blasphemer beteiligten - Hell On Earth! Nach dem Deathcrush-Cover war dann leider aufgrund zeitlicher Bestimmungen auch schon Schluss, ein wahnsinnig kultiger Gig, ich kann's kaum erwarten DARK STORM am Open Hell wieder zu sehen.

Doch der Abend sollte noch nicht aus sein, denn AVENGER standen ja noch bevor. Obwohl die Musik doch eher in die Dark/Death Metal Richtung geht, hört man den blasphemischen Grundgedanken doch heraus, wirkt die Musik dunkler und hasserfüllter als die anderer Deathbands. Besonderer Augenmerk ging hierbei an Drummer Honza, der neben der Arbeit am Schlagzeug auch den Großteil der Vocals übernahm - so was sieht man nur selten. DARK STORM Sänger Devilish wirkte hierbei als Stimmungsmacher, indem er am Anfang das Publikum zum minutenlangen "Avenger! Avenger!" - Gebrülle aufforderte und später die Songs inmitten der Leute mitsang und dabei mit einer leeren Bierflasche ein Mikro mimte. Beim Roswell 47 Cover wurde er schließlich als Gastsänger auf die Bühne geholt und gab dem Song einen neuen, sehr belustigenden Touch, indem er permanent auf seinen Einsatz vergaß und dies mit einem unschuldigen Grinsen wegzumachen versuchte - Stimmung pur! Als die Band aus Zeitgründen aufhören musste, wollte das Publikum nicht lockerlassen - als 10 Minuten mit Zugabe und "Avenger"-Rufen vergingen wurde vom Tontechniker noch ein letzter Song genehmigt - wieder Roots Of Evil vom neuen Album Shadows Of The Damned, diesmal feat. Honza am Bass, Bassisten David am Drumkit und dem mittlerweile allseits geliebten Devilish am Mikro - Wahnsinn!!!

So endete einer der kultigsten Gigs, an den man sich wohl noch jahrelang erinnern wird, natürlich nicht ohne Poserfotos und Autogrammen (Satan Butcher) und dem Versprechen, dass man im September im Planet wieder so viel Stimmung machen wird. "Das ist PIVO!"

 
story © Dunja