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 | Einlass: 19:30 Uhr | Beginn: 20:00 Uhr | Tickets: VVK: 25,00 EUR zzgl. Gebühren |

 
2015-09-06 DE – Dortmund - FZW
 

Die Stahlwerksinfoniker (hab ich das was von einer möglichen Stahlwerksinfonie Tour gehört?) und Urgesteine des deutschen Industrial Metals, DIE KRUPPS, melden sich mit neuem Album zurück. V – Metal Machine Music (veröffentlicht am 28 August via SPV) ist wieder gitarrenlastiger und der Härtegrad wurde gesteigert. Und DIE KRUPPS lassen keine unnötige Zeit verstreichen, um das Album live zu promoten. Den ganzen September über werden DIE KRUPPS das Volk europaweit zum Tanzen bringen.

:: Fotos ::

Für einen Sonntag und drei Bands startete die Tanzparty zum Tourauftakt im Dortmunder • FZW • relativ spät. Ein nervender Ticketverkäufer ließ Mutmaßungen zu, dass das FZW ausverkauft sein könnte, was angesichts der nicht überbordenden Masse an Fans vor den Türen wiederum darauf schließen ließ, dass DIE KRUPPS wohl im Club und nicht in der Halle spielen würden… und es auch genauso taten. Kuschelige Angelegenheit also.

:: JANOSCH MOLDAU :: war mir bereits durch die redaktionelle Aufarbeitung ein Begriff. Diverse Songs und Videos hatten bereits meinen Schreibtisch und Bildschirm passiert und mir war die schöne Stimme von JANOSCH MOLDAU in Erinnerung geblieben, die gelegentlich eine schon sakrale Note bekommt. Das Duo als Vorband für die Krupps zu verpflichten fand ich dann zwar doch gewagt, machte im Gesamtbild aber Sinn, was Abwechslung und Dynamik anging. Clever ausgedacht ;) Und tatsächlich taten sich die mehrheitlich anwesenden, hartgesottenen Industrial Metaller im Publikum schwer mit der Musik. Trotz aller enthusiastischer Versuche seitens des Frontmannes blieb das Feedback, die Klatschattacken und der Applaus doch sehr verhalten. Der Platz auf der Bühne war extrem knapp bemessen, das hielt Janosch aber nicht davon ab, seinen, über die Musik erzeugten Emotionen durch seinen raumgreifenden Bewegungsdrang Ausdruck zu verleihen. Dabei bekam der Technikkoffer wohl den einen oder anderen Tritt ab, was zu Aussetzern in der Technik führte. Gut, Schwamm drüber.
JANOSCH MOLDAU
präsentierten beinahe das komplette neue Album Minor, welches am 29. Mai veröffentlicht wurde, ergänzt um zwei Tracks vom Vorgängeralbum Lovestar. Ich fand's schön.
Setlist: Done Wrong, My Love, The Other Side, Bleed On, Leave And Go, State Of Hurt, The Harbour, In Another World, Shiner, Jesus Denies, We Both Feel Minor

Die :: THE RED PAINTINGS :: wiederum waren Neuland für mich. Masken, Kostüme und seltsame Utensilien während der Umbaupause versprachen Großes bzw. Ungewöhnliches, oder zumindest eine interessante Performance. Beim Hamster im Laufrad bekamen viele erstmal große Augen, schüttelten verwundert die Köpfe und so mancher wollte wohl auch lospoltern, von wegen Tierschutz und so… war nicht echt. Natürlich. Sah in dem Schummerlicht aber verdammt echt aus. THE RED PAINTINGS sind musikalisch schwer einzuordnen. Orchestraler Art Rock heißt es offiziell. Gut, das Orchestrale fiel live weg und wurde durch teils halsbrecherisch schnelle und wilde Parts ersetzt. Kreativer Punk sozusagen. Uneingeschränkter Bandkopf ist Trash McSweeney, der sich live, zumindest aktuell, ausschließlich mit weiblichen Musikerinnen umgibt (die Cellistin war allerdings nicht mit dabei). Die Damen waren, bis auf die Schlagzeugerin, in schöne Geisha-Gewänder gehüllt, während Mr. McSweeney eher wie ein Kosake daherkam. Nebenher durfte ein "Sonnengott" während des Konzertes als menschliche Leinwand herhalten und wurde munter bepinselt. Bemerkenswert fand ich, wie Violinistin Alix Kol aus ihrem verzerrten Instrument krass-geile "Gitarren"-Solos spielte. Großartig! Tolle Band! Innovativ, anders, einzigartig! THE RED PAINTINGS hatten auch mit ein paar technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, das legte sich aber schnell. Die Songs kamen natürlich vom 2013er Debüt The Revolution Is Never Coming, es gab eine coole Version von Donnie Darkos Mad World und einen brandneuen Track. Dazwischen viele Sprüche und Gequatsche, von dem aber scheinbar vieles nicht so richtig verstanden wurde. Lag vielleicht am Aussie Dialekt… Ich hätte mir mehr Licht gewünscht. Ansonsten einfach großartig! Die werde ich mir ganz bestimmt bei nächster Gelegenheit nochmal live ansehen. Und The Revolution Is Never Coming muss ich mir auch mal zu Gemüte führen.
Setlist: Vampires Are Chasing Me, Dead Children, It Is As It Was, Great Escape, Wasps, Streets Fell Into My Window, I Sell You Suicide, The Revolution Is Never Coming, Mad World (cover), Fuck The System

Zu :: DIE KRUPPS :: muss man aus musikalischer Sicht nicht mehr viel erzählen. Die Band war bestens gelaunt, Juergen Engler ungemein bewegungsfreudig und dabei ansteckend ;) Allerdings gab es auch hier ein paar Probleme mit der Technik: die Band konnte sich nicht hören, dem Publikum war es zu leise und der Band zu dunkel auf der Bühne. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch, vielmehr führte das zu recht witzigen Wortgefechten mit den Fans ;) Natürlich lag das Hauptaugenmerk auf dem neuen Album V – Metal Machine Music, aber es gab auch reichlich altes Material quer Beet durch die Historie. Die Meute vor der Bühne agierte ebenso ausgelassen wie die Herren auf der Bühne. Das führte in dem kleinen ausverkauften Club schnell zu Sauerstoffmangel und Schweißbächen. Dem Barbetrieb dürfte das sehr zuträglich gewesen sein ;) Toller Tourauftakt und ein fantastischer Abend (mal abgesehen von der Sache mit der Batterie nachts um halb 2 und dem Wecker für 4:30 Uhr. War ne kurze Nacht…).
Setlist: Crossfire, The Dawning Of Doom, Isolation, Risikofaktor, Kaltes Herz, Battle Extreme, Odyssey Of The Mind, Scent, Alive In A Glass Cage, Road Rage Warrior, Black Beauty White Heat, Fly Martyrs Fly, Nazis auf Speed, Metal Machine Music, Robo Sapien, To The Hilt, Fatherland // Machineries Of Joy, Bloodsuckers

 

story & pics © Dajana & Dajana Winkel • Photography