Rage
& Lingua Mortis Orchestra - Mambo Kurt - Karaoke - Sonata
Arctica - Nevermore - Virgin Steele - Orphaned Land - Crashdiet
- Keep Of Kalessin - Sacred Steel
::
Fotos
::
[Psycho]
Heute ging es sogar noch zeitiger los, juhu… Da ich am Samstag
nicht fahren musste und daher auch dem Bier nicht abhold war,
viel mir das Aufstehen natürlich noch viel leichter als am
Samstag… ;-(
[Dajana] Nächstes Mal gibt es wieder Hotel! Das macht
einiges einfacher… oder auch nicht ;)
[Psycho]
Immerhin schafften wir es trotzdem noch rechtzeitig zu ::
SACRED
STEEL :: auf das Festivalgelände. Und da kann
ich für die Jungs ja gleich mal 'ne Lanze brechen: erstens
finde ich es beeindruckend, wie man so früh schon so gute
Laune haben kann, und zweitens bot die Band eine grundehrliche
und überaus sympathische Metal-Performance, von der sich
die stilistisch gar nicht mal so unterschiedlichen Keyboard- und
Tonband-Artisten der Vortage gerne mal 'ne ordentliche Portion
abschauen dürfen.
Vielen Dank dafür, so startet man prima in den Tag!
[Wiebke] SACRED STEEL zeigten dann auch gleich mal
richtige Fannähe, denn Frontmann Gerrit marschierte beim
vorletzten Song mal eben singend durch die Fans, nahm auf der
Tribüne Platz, sah seiner Mannschaft beim Spielen zu und
ließ sich mit schätzungsweise 20 Leuten fotografieren.
Setlist: Intro, Metal Is War, Battle Angel, Open Wide
The Gate, Heavy Metal To The End, Maniacs Of Speed, Carnage Victory,
Slaughter Prophecy, Wargods Of Metal
[Psycho]
Mit :: KEEP
OF KALESSIN :: folgte nun die sicherlich härteste
Band des gesamten Festivals. Allerdings laufen die Norweger zwar
unter Black Metal, liegen in diesem Segment aber technisch weit
über dem Durchschnitt und bieten somit in der Regel auch
eher differenziertes Songmaterial an.
Auf CD klingt mir das immer ein wenig zu gekünstelt, live
funktionierten die Songs aber sehr gut, zumal sich KEEP OF
KALLESSIN den Titel als most headbanging Band zumindest des
Tages wirklich redlich verdienten; da war wirklich ständig
Bewegung auf der Bühne, ohne dass die Spielkultur darunter
gelitten hätte. Selbst das Atmosphäre-Problem, als "schwarze"
Band zur Mittagszeit spielen zu müssen, hatte die Band irgendwie
im Griff. Das Publikum fand's auch super, so dass man den Auftritt
als vollen Erfolg verbuchen kann.
[Wiebke] KEEP OF KALESSIN haben die Leute in Null-Komma-Nichts
auf ihrer Seite, was zum einem am Klasse-Songmaterial, zum anderen
aber auch an der Interaktion mit den Fans liegt. Thebon, Wizziac
und Obsidian Claw rocken sich den Allerwertesten ab und machen
fleißig Ansagen. Für den Grand Prix-Vorausscheid-Song
The Dragontower braucht Obsidian Claw eigentlich keine
Lanze zu brechen, das Ding ist ein Bombensong.
Setlist: Dragon Iconographie, Crown Of The Kings, Judgement,
The Awakening, The Dragontower, Ascendant

[Psycho]
Passend zum Mittagessen hatten die Verantwortlichen eine ::
CRASHDIET
:: auf den Spielplan gesetzt. Sehr clever… Aber
mal ehrlich: die Band passt weder zur Ausrichtung der Leser des
RH noch zum sonstigen Zielpublikum des Festivals. Wollte das also
irgendjemand sehen? Ich nicht, deswegen ließ ich die Chronistenpflicht
links liegen und nutzte die Zeit für einen Besuch im gut
sortierten Metal Market und einem anschließenden Burger-Mampf.
[Wiebke] CRASHDIET können es Dee Snider nachmachen
und sich mit einem „Will work for hair spray“-Schild
an die Straße stellen. Glam Rock halt. Die Gitarren klingen
drahtig und die Mucke macht eigentlich Spaß, wenn da nicht
der nervige Gesang von Simon Cruz wäre. Arrgghhh.
Setlist: Riot In Everyone, Tikket, So Alive, Queen Obscene,
Bound To Fall, In The Raw, Like A Sin, Breakin’ The Chainz,
Generation Wild

[Psycho]
Dann lieber eine Band, bei der es noch was Neues zu entdecken
gibt. Wie z.B. bei :: ORPHANED
LAND :: Die Israelis, die mit ihrem starken neuen
Album The Never Ending Way Of ORwarriOR, angereist
waren, hatten nämlich wirklich was zu bieten: eine hohe Musikalität,
gepaart mit sofort rüber kommender Spielfreude und interessante,
natürlich sehr orientalisch beeinflusste Songs. Da störten
dann auch die Samples vom Band nicht mehr, da das Ganze einfach
viel besser integriert war und nie zum tragenden Element verkam.
Auch optisch gab es einen deutlichen Kontrast zu den ansonsten
in Schwarz gekleideten Musikern der anderen Bands, und man konnte
förmlich spüren, wie sich immer mehr Leute für
diesen doch etwas exotischen Sound begeistern konnten. Ich bin
mir sicher, dass die Band an diesem Tag viele neue Freunde dazu
gewonnen hat. Zusätzlich war Sänger Kobi noch ganz begeistert
von dem warmen und trockenen Wetter, welches es ihm ermöglichte,
barfuss aufzutreten, ohne nasse Füße zu kriegen…
;-) (Und nein, er ist nicht Jesus…)
[Wiebke] Dann könnte er ja über das Wasser gehen,
aber da kein Wasser da war… Okay, lassen wir das. ORPHANED
LAND machten ordentlich Stimmung und animierten die Anwesenden
auch immer wieder zum Hüpfen, was angesichts des heißen
Wetters nur kurzfristig durchgehalten wurde.
[Dajana] Doch, Wasser gibt’s im Amphi Theater ja
reichlich ;) Oder dahinter. Wäre sicher ein spektakulärer
Versuch gewesen... Ich fand ORPHANED LAND jedenfalls großartig!
Sehr sympathische Band.
Setlist: Birth Of The Three, Olat Ha'tamid, Barakah,
The Kiss Of Babylon, Sapari, The Path Part 1, Oceanland, Thee
by The Father I Pray, Norra El Norra, Ornaments Of Gold

[Psycho]
Als nächstes exklusives Highlight stand nun das Classic Metal
Set von :: VIRGIN
STEELE :: auf dem Programm. Aus meiner Sicht verlief
das Ganze aber eher unspektakulär, da mir zum einen David
Defeis mit seiner hohen Stimmlage immer mehr auf den Senkel ging,
zum anderen kamen hier (zu) wesentliche Teile mal wieder vom Band.
Diesmal aber nicht nur die extrem üppig geratenen Keyboard-Passagen,
sondern teilweise sogar der Bass. Noch mal kurz hingeschaut…
stimmt, kein Bassist zu entdecken, war also wirklich Konserve…
Eine Erklärung dafür gab es nicht, doch das war schon
sehr merkwürdig.
Technisch war das zwar alles sehr sauber, aber leider klangen
sich die Songs insgesamt einfach zu ähnlich, und richtige
Höhepunkte konnte ich auch nicht ausmachen. Ok, ich war aber
auch nie ein großer Freund der Band…
[Wiebke] Ich kann ja viel vertragen, aber die Stimme von
Mr. Defeis geht mir nach zwei Sekunden so dermaßen auf den
Keks, dass ich schnell die Flucht ergriff. Manchmal ist weniger
doch mehr.
[Dajana] Mir fielen da noch ganze andere - zugegebenermaßen
winzige - Dinge ins Auge... ;)
Setlist: Immortal I Stand, Black Mass Blues, The Wine
Of Violence, Through Blood And Fire, Crown Of Glory, A Symphony
Of Steele, Noble Savage, Kingdom Of The Fearless, Thy Kingdom
Come, The Burning Of Rome

[Psycho]
Was müssen :: NEVERMORE
:: eigentlich noch machen, um beim RH-Festival endlich
mal als Headliner oder zumindest an die Co-Position gebucht zu
werden? Der Auftritt vom Sonntag war auf jeden Fall eine einzige
Bewerbung dafür: eine wie entfesselt aufspielende Band, geniales
Song-Material, super Sound, ein die Band frenetisch abfeierndes
Publikum und dazu ein sich in stimmlicher Bestform befindlicher
und unglaublich agil agierender Warrel Dane. Was will man mehr?
Für viele Leute war die Band aus Seattle ja schon vorher
der heimliche Headliner des Sonntags, und nach dem Gig hatten
viele den Eindruck, dass man das heimlich gut hätte streichen
können. Denn Knaller wie Born, Enemies Of Reality, This
Godless Endeavour oder The Heart Collector machten
wirklich mächtig Stimmung im Rund. Auch die vier Stücke
vom in Kürze erscheinenden neuen Album The Obsidian
Conspiracy, nämlich Your Poison Throne, Emptiness
Unobstructed, The Termination Proclamation sowie der Titeltrack
vermochten allesamt zu überzeugen, da steht uns also wieder
gutes ins Haus.
NEVERMORE spielten sich in einen richtigen Rausch, so dass
sie überhaupt nicht mitbekamen, dass die Zeit eigentlich
schon um war. Egal, die Band spielte den letzten Song einfach,
obwohl im Hintergrund schon die Stagehands zu Werke gingen. Geiler
Gig, das war definitiv ein Highlight!
[Wiebke] Jap, den Amis kurz vor der Verabschiedung den
Saft abzudrehen, war ein unfeiner Zug. Das hätte man etwas
lockerer handhaben können. Zumal NEVERMORE einen wirklich
guten Tag erwischt haben. Warrel singt wie ein junger Gott, plaudert
was das Zeug hält und klatscht auch den einen oder anderen
Crowdsurfer ab. Bassist Jim hat man vorher wohl an der kurzen
Leine gehalten, denn er wirkt heute sehr frisch, konzentriert
und engagiert. Mir persönlich hat zur vollen Glückseligkeit
eigentlich nur Believe In Nothing gefehlt.
Setlist: Beyond Within, The River Dragon Has Come, Your
Poison Throne, Born, Emptiness Unobstructed, Inside Four Walls,
The Termination Proclamation, This Godless Endeavor, The Heart
Collector, The Obsidian Conspiracy, Enemies Of Reality

[Psycho]
Kann mir vorstellen, dass man als Band nicht unbedingt nach einem
solchen Auftritt auf die Bühne möchte. ::
SONATA
ARCTICA :: waren die "Unglücklichen",
die jetzt ran mussten. Die Finnen sind allerdings routiniert genug,
um mit solchen Situationen umzugehen. Aber wenn ich ehrlich sein
soll: mir waren sie sogar ein wenig zu "cool". Sänger
Tony war zwar durchaus motiviert und engagiert, der Rest der Band
wirkte hingegen eher uninteressiert, um es mal freundlich auszudrücken.
[Dajana] Verstehe den Hype um diese Band eigentlich überhaupt
nicht...
[Psycho] Geht mir auch so; ich hatte doch mal schon erwähnt,
dass ich mit dieser Art Mucke nichts anfangen kann, oder? Wenigstens
gab es hier einen echten Keyboarder, aber das konnte auch nicht
mehr viel retten. Ich meine zudem, dass Nevermore deutlich bessere
Reaktionen erhielten, allerdings kann es natürlich genauso
gut sein, dass die Leute allmählich einfach müde wurden.
Jedenfalls eine gute Zeit, sich um das Abendessen zu kümmern…
[Wiebke] Gegen Nevermore konnten die Finnen einfach nicht
anstinken. Zu eintönig und vorhersehbar das Material der
Power Metaller, da hilft auch die größte technische
Raffinesse nichts.
Setlist: Intro, Flag In The Ground, Black Sheep, Paid
In Full, The Last Amazing Grays, Juliet, Fullmoon, The Dead Skin,
In Black And White, Don’t Say A Word, Outro/ Everything

[Psycho]
Nach Sonata Arctica durften zunächst die Gewinner
des Karaoke-Wettbewerbs ran. Wie üblich war das Niveau sehr
hoch, wobei mir der "Bruce Dickinson" klar am besten
gefallen hat. Danach wurde erneut des Todes von Dio gedacht; diesmal,
indem die Vorvorjahressiegerin Tanja noch einmal Holy Diver zum
Besten geben durfte. Bei dieser Stimmkraft bin mir sicher, dass
es Dio gefallen würde, wie sein Erbe geehrt wird.
Da sich die Umbauarbeiten für das Orchester noch eine Weile
hinziehen sollten, wurde die weitere Zwischenzeit durch eine kurze
Einlage mit :: MAMBO
KURT :: überbrückt. Der Typ ist wirklich
im positiven Sinne verrückt, daher liebt man ihn entweder,
oder man kann ihn gar nicht leiden. Die Mehrheit entschied sich
für die erstere Variante und machte zu den Bontempi-Versionen
von z.B. Paradise City (Gelsenkirchen gewidmet) oder Engel richtig
Party. Lustig auch die Geschichte, wie der Mann mal den Slayer-Jungs
seine Version von South Of Heaven vorgespielt hat…
[Wiebke] Die Commodore C64-Version von Ice, Ice, Baby brachte
die Stimmung dann endgültig zum Überkochen. Schräg,
aber cool!
[Psycho]
Schließlich war dann aber doch endlich alles aufgebaut,
und :: RAGE
:: konnten zusammen mit dem Lingua Mortis Orchestra
ans Werk gehen. Anscheinend war die Band erst relativ kurzfristig
für diesen Slot gebucht worden, so dass Viktor Smolski in
sehr knapper Zeit sämtliche Transkriptionen etc. anfertigen
musste. Das war sicherlich stressig, hat sich aber gelohnt, denn
es ergab sich eine in der Tat beeindruckende Soundkulisse, die
man so eben nicht alle Tage zu hören bekommt. Für meinen
Geschmack waren allerdings leider die Celli zu leise, und man
hätte gerne noch mehr Blechbläser und Schlagwerker integrieren
können.
Aufgrund der knappen Zeit im Vorfeld reichte das einstudierte
Material wohl auch nicht für "echte" 75 Minuten,
daher ließen sich alle Beteiligten zwischen den Stücken
doch etwas Zeit; es ging also durchaus gemütlich zu. Auf
der anderen Seite passte das natürlich auch eher zum Charakter
dieses Events, obwohl sich zwischendurch tatsächlich ein
kleiner Moshpit bildete und die Reihen vor der Bühne bis
zum Schluss dicht gedrängt standen.
Geboten wurden u.a. From The Cradle To The Grave, das Medley
mit einigen alten RAGE-Stücken, Empty Hollow
vom aktuellen Album Strings To A Web, Alive But
Dead sowie ein so noch nie gespieltes Stück von Johann
Sebastian Bach, und zwar das Französische Bourrée,
wenn ich mich recht entsinne.
Neben dem Orchester wurde die Band auch noch von einem Pianisten
und phasenweise von einer weiteren Sängerin unterstützt,
so dass ein wirklich abgerundetes, volles Klangbild entstand.
Mal echt was anderes, und ein sehr schöner Abschluss eines
insgesamt absolut gelungenen Festivals.
[Wiebke] Ansprechende Lightshow, toller Sound und eine
relaxte Show. Peavys Ansagen halten sich auch im Rahmen, so dass
man von Anfang bis Ende eine stimmungsvolle Inszenierung zu hören
bekommt.
Setlist: Intro, Turn The Page, From The Cradle To The
Grave, French Bourree, Suite (Bach), Medley, Empty Hollow, Alive
But Dead, Higher Than The Sky

[Psycho]
Natürlich war auch an diesem Abend um 23:00 Schluss mit Musik
von der Bühne, aber natürlich ging die Party andernorts
noch weiter, sei es im großen Party-Zelt, vor dem RH-Verkaufsstand
oder im Presse-/VIP-Zelt. Und irgendwie habe ich es dann auch
geschafft, die beiden Mädels einzusammeln und zur Heimfahrt
zu überreden. Wie es dann ja immer so ist: erst noch groß
feiern wollen, und dann bereits nach fünf Minuten im Wagen
schon fest eingeschlafen… ;-)
[Dajana] Wir konnten nix dafür, das Auto hat so stark
geschwankt… ;)
[Psycho] Klar, die deutschen Autobahnen sind ja für
ihr immenses Ausmaß an Bodenwellen bekannt… ;-)
Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder auf's nächste
Jahr, denn die gemütliche Atmosphäre und die geniale
Location sind in Deutschland einfach einmalig!
[Wiebke] Ich werde nach diesem Bombenfestival sicherlich
nicht wieder sechs Jahre bis zum nächsten Besuch verstreichen
lassen. Ein fettes Danke an Cal und Psycho für's Mitnehmen
und an die fleißigen Bienen auf dem Rock Hard Festival für
die Freundlichkeit und geniale Arbeit! Für das nächste
Jahr hätte ich in der Sparte „Rock“ schon einen
Vorschlag: Mínus aus dem stark unterrepräsentierten
Island.