Das
vorliegende dritte Album Hälfte des Lebens
ist zugleich mein allererster Berührungspunkt mit der Mezzosopranistin
Dörthe Flemming und ihrem Soloprojekt BACIO DI TOSCA.
Und ich muss gestehen, dass ich zunächst skeptisch war.
Ich mag sehr gerne klassische Musik, aber Klassik in Verbindung
mit Gothic und ausgebildeten Opernsängerinnen kann schon
mal arg daneben gehen.
BACIO DI TOSCA belehren mich zum Glück eines Besseren.
Düsterromantisch und schwermütig vertont Dörthe
Flemming Texte bekannter Dichter in Form des Kunstliedes. Immer
im klassischen Gewand, mal opulent orchestral wie bei Lamentationen,
aber auch mit dezenten Dark Wave Einflüssen wie z.B. bei
den beiden ersten Stücken Das Herz ist mir bedrückt
und Hälfte des Lebens, oder bei Vergebens,
wo dezente Synthie Sounds, pulsierende Beats und verzerrter
männlicher Beigesang die Klassik auflockern. Und über
allem schwebt die für den Mezzosopran so typisch dunkel
gefärbte Stimme von Dörthe Flemming, emotions- wie
ausdrucksstark und sehr facettenreich.
Hälfte des Lebens ist kein rein klassisches
Werk, wer aber mit klassischer Musik und deutschen Dichtern
wie Heine, Hölderlein, Hebbel oder Hesse nichts anfangen
kann, wird schwerlich Zugang zu BACIO DI TOSCA finden.