ETHEREAL ARCHITECT – Monolith

 
Label: Eigenproduktion
Release: 11.05.2012
Von: Joking
Punkte: 8/10
Time: 61:37
Stil: Progressive Power Metal
URL: Ethereal Architect
 
Beginnen wir am Ende: ETHEREAL ARCHITECT können es sich erlauben MacArthur Park trotz illustrer und vor allem vielfältiger Konkurrenz (natürlich mehr Beggars Opera als Richard Harris oder gar Donna Summer) zu bringen, ohne baden zu gehen. Stattdessen eine frische, knackige, mitreißende Neu-Interpretation, die den Klassiker nicht vom Podest stößt, ihn aber auch nicht hofiert bis Schleim trieft. Hervorragender Abschluß eines bemerkenswerten Albums.

Das mit einem Paukenschlag beginnt. Oder besser: Double-Bass-Gewitter. ETHEREAL ARCHITECT geben ordentlich Gas, sind durchaus gelehrige Power-Metal-Kinder. Symphonische, bzw. progressive Elemente finden sich in den Chören, den zahlreichen Keyboard-Parts, die den Sound nicht zukleistern sondern bereichern und natürlich in den geschickt eingestreuten, frickeligen Stellen und Breaks, die der komplexen, immer hoch melodischen Musik, einen zusätzlichen Kick geben. Headbangende Musikwissenschaftler dürften ihre Freude daran haben. Aber nicht nur die.

Denn ETHERAL ARCHITECT verstehen sich auf musikalische Ökonomie. Der Sound ist voll, aber nie überladen. Chöre und vokale Doppelungen dienen der Betonung und sorgen nicht dafür, die Musik in theatralischer Dramatik zu ersäufen. Adam Contreras ist zudem ein angenehm unspektakulärer Sänger, der keine Screams und hochfrequenten Shouts braucht, um der dynamischen Musik noch einen Effekt drauf zu setzen.

Wie so oft bei Musik der härteren Gangart sind solche Passagen am Eindrücklichsten, in denen die Band sich und das Tempo zurück nimmt, in der Ruhe Kraft tankt für den nächsten Ausbruch. Dann gelingt sogar die größte Herausforderung: Ein unpeinliches, balladeskes Gitarrensolo (Obsidian).

Monolith ist ein rundum gelungenes Album, das „Metal“ im Zusammenhang mit „Progressive“ ernst nimmt. So kann es weitergehen.