GRAILKNIGHTS – Return To Castle Grailskull

 
Label: STF Records
Release: 07.08.2006
Von: Psycho
Punkte: 4/10
Time: 59:26
Stil: Epic Death Metal
URL: Grailknights
 
Ich gebe zu, dass es schon schwierig war, unbefangen an diese Review heranzugehen. Warum? Weil das peinliche (und dazu noch schlecht gezeichnete) Cover, die dumpfe Anbiederung an längst (und zu recht) vergessene Action-Figuren, die blöden Pseudonyme inkl. der bescheuerten Bandphotos und die Beschreibung im Info alles andere als dazu angetan waren, mich auf das Kommende positiv einzustimmen.
Epic Death Metal sollte es also geben, aber mal ganz ehrlich: an Death Metal erinnert hier höchstens der Gesang, und der ist eigentlich, trotz Gegrunze, immer noch viel zu brav ausgefallen. Ansonsten stehen die (nicht runtergestimmten) Gitarren ganz klar in der Tradition alter Metal-Klassiker, vor allem die deutsche Schule der 80er und alte Maiden-Sachen wollen mir da in den Sinn kommen. Leider sind die GRAILKNIGHTS aber von der Originalität und Spielfreude damaliger Acts weit entfernt, statt dessen wirkt das ganze für mich eher so, als hätte Rolf Zuckowski sich überlegt, endlich mal eine Metal-Platte zu machen. Dann gäbe es zwar harte Gitarren zu hören, das Ergebnis wäre aber, was das Songwriting betrifft, immer noch nur innerhalb des Vorschulalters akzeptabel (und selbst da gibt es bessere Alternativen).
Für den Rest der Menschheit bleibt folglich nur eine Möglichkeit: die Angelegenheit nicht so bierernst nehmen (so wie die Band das selber wohl auch nicht tut) und Return To Castle Grailskull als Party-Platte ab ca. 2,0 Promille einzusetzen. Denn ansonsten fehlen mir für ein episches Feeling die wirklich guten Melodien und dieses gewisses Maß an Erhabenheit, welches aufgrund der schlappen Power Metal-Riffs und der nicht ganz ernst gemeinten Texte erst gar nicht aufkommen will. Für ein mitreißendes Party-Feeling klingt mir allerdings der groß angekündigte Battlechoir, z.B. bei Fight Until You Die oder dem Titeltrack, deutlich zu dünn und zu platt, auch wenn die Produktion an sich durchaus gelungen ist. Immerhin...
... veräppelt man mit dem Hidden Bonus Track dann noch Manowar (was ich als alte Lästerzunge hier natürlich gerne vermerke), indem man die Halbballade Home At Last noch einmal in deutschsprachiger Version präsentiert. Das bringt Sympathie-Punkte, aber viel mehr ist dann auf der Habenseite leider nicht aufzufinden. Macht vier Punkte, mit entsprechender Druckbetankung sind aber vielleicht auch sechs drin...