SATURNIAN
dürften bei jedem Liebhaber symphonischer Musik offene
Ohren einrennen – ihre bombastische Melange lässt
nämlich weder orchestralen Pomp noch ordentlich zupackende
Härte vermissen.
Der Gesang ist abwechslungsreich gestaltet, reicht von infernalischem
Kreischen bis zu heroischem Timbre, Chöre werden ebenso
verwendet wie eine unaufdringliche Frauenstimme. Auf Dauer wirkt
dieser Mix erschlagend und anstrengend, doch SATURNIAN
verstehen es gut, ihre Stilmittel im richtigen Verhältnis
einzusetzen.
Folglich ergeben sich spannende Kompositionen, die auch auf
heroische Gitarrensoli wie in Into Etherea nicht verzichten.
Die ganz großen, sofort im Ohr hängenbleibenden Hits
finden sich zwar noch nicht, doch zwingende Rhythmen wie zu
Beginn von Aphotic inklusive leicht dissonanter Töne
weisen in die richtige Richtung.
Vielschichtige Dramatik, kurze Gitarrensoli sowie variabler
Gesang prägen dieses Album, einzelne zurückhaltende
oder schwere Passagen geben etwa Eternal Eclipse ein
dynamisches Flair. Das ruhige Zwischenspiel Traces From The
Past lädt zur willkommenen Entspannung ein, doch bevor
man vollends in die ewigen Weiten des Universums driftet, reißt
das Titelstück Dimensions das Ruder herum und drückender
Bombast regiert zum wiederholten Male. Je länger das Album
dauert, desto strukturierter, fokussierter und folglich packender
erscheinen die Kompositionen, obwohl die Stücke teils Überlänge
besitzen.
Dimensions ist ein wuchtiges Album, das den orchestralen
Bogen manchmal überspannt und daher überladen, überschäumend
oder sogar chaotisch wirkt. Dann gelingt es den Musikern aber,
im rechten Moment nachvollziehbare Strukturen einzubauen. Die
vielschichtige und detailreiche Komponierweise ist also nicht
allzu leicht verdaulich und mag manchen einfach als zu viel
des Guten erscheinen. Die epische, breitspurige und kosmisch
anmutende Stimmung kann wie die gelungenen Gesangsarrangements
aber durchwegs gefallen und bisweilen fesseln.