2010-05-07 DE – Berlin - Astra
<< back

Bohren & Der Club Of Gore - Entombed - The Ocean - Wolves In The Throne Room - Master Musicians Of Bukkake - Hacride - The Pattern Theory

PG.Lost - Arms & Sleepers - Monotekktoni - Der Weg Einer Freiheit - Fredy Rotten

Die DB war ausnahmsweise zuverlässig und pünktlich und mangels sonstigen Chaos war ich auch schon vormittags in Berlin. Das mit dem Chaos kam dann erst danach... Nachdem ich geschlagene 5!!! Stunden auf mein Hotelzimmer warten musste, kam ich todmüde und viel zu spät zum Festival. Das muss man erst mal schaffen...

:: Fotos ::

So verpasste ich den Opener des Festivals und bekam von :: FREDY ROTTEN :: lediglich den letzten Song seiner halbstündigen Performance mit. Schade. Klang nach ruhigem Singer/Songwriter Zeugs. Zum Glück gab’s den Mann, der eigentlich Frederyk Rotter heißt, am nächsten Tag noch mal mit seiner Hauptband ;)

Danach ging es auf der großen Bühne mit :: THE PATTERN THEORY :: weiter, eine instrumentale Post Rock Show, in der nur wenige Worte gemacht wurden, also bei den Ansagen meine ich, aber wenn, dann humorig ;) Konnte man sich sehr gut anhören.

Weiter ging es mit der ersten Black Metal Band des Abends, die hier auf der nebelüberfluteten kleinen Bühne debütierte :: DER WEG EINER EINHEIT :: Und das ist genau die Art von Black Metal, die ich sehr gerne mag: tolle Gitarrenläufe und Melodiebögen, intellektuell und intelligent arrangiert. Klasse!

Licht und Nebel waren an diesem ersten Festivaltag das Hauptproblem, zumindest für mich, und sollten es auch bleiben. Von ersterem gab es fast nix, von letzterem viel zu viel. Schade, so gibt es halt nur viele Schattenbilder :/

:: HACRIDE :: mochte ich auf CD bisher immer sehr gern, live gesehen hab die Jungs bisher noch nie. Da hab ich wohl was verpasst! Einfach ist die Musik nicht, lässt sich live dennoch prima umsetzen, ohne zu kopflastig oder vertrackt zu wirken. Die Franzosen legten bei guten und differenzierten Sound eine Hammer-Show hin und wurden dafür dann auch zu Recht begeistert verabschiedet :)

Den nächsten, wieder rein instrumentalen Part lieferten die Berliner von :: CHÂTEAU LAUT :: Musik zum zuhören, Augen schließen und genießen. Das Kontrastprogramm auf diesem Festival ist schon genial! Die Bassistin Steno hätte sich vielleicht ein bisschen lebhafter bewegen können ;) Wer Shellac oder Sonic Youth mag, macht mit CHÂTEAU LAUT nicht wirklich was verkehrt.

So, und dann kam der Hammer! Als es bei :: MASTER MUSICIANS OF BUKKAKE :: los ging, blieb mir schon ob des Bühnenoutfits die Spucke weg. Die halbstündige Show infizierte mich total. Ich bin hin und weg! Wirklich. Verdammt, das war mal wirklich großartig! Schräg, spacig, psychedelisch, krass und einfach nur genial. Kann es kaum glauben… Der Wahnsinn! 6 Musiker, davon alleine 2 Drummer, alle als Imker verkleidet und sich beim Spiel wild verbiegend. Und der Meister…? Keine Ahnung... ein Dämon? ;) Diverse (bekannte) Musiker, die sich in einem Kollektiv zusammenfinden und was völlig anderes als sonst machen. Natürlich auf die auf abgedrehteste und verrückteste Weise. Dann passt da auch die seltsame Namensgebung *lol* Schism Prism/Adamantos hat mich komplett umgehauen. Das Mantra-artige Intro zu diesem Song erinnerte mich umgehend an Jarboes Mahakali. Aber auch People Of The Drifting Houses wusste zu hypnotisieren. Darüber hinaus füllte sich auch die große Halle des Astra Clubs endlich annehmbar. MASTER MUSICIANS OF BUKKAKE - eine Begegnung der dritten Art und definitiv DAS Highlight des Festivals! CDs? Shirts? Her damit!

Das Ein-Frau-Projekt :: MONOTEKKTONI :: danach verursachte stilistisch einen ziemlichen Bruch. Hier gab es hämmernde, technoide wie elektronische Beats mit dem schräg verzerrten Gesang einer Dame (Tonia Reeh), die aussah wie ein futuristisch blauer Schlumpf. Nee, war nicht wirklich mein Ding.

YESSSS! :: WOLVES IN THE THRONE ROOM :: hatte ich letztes Wochenende zum ersten Mal live auf dem Ragnarök Festival gesehen und war total begeistert. Umso mehr freute ich mich nun, das Trio wiederzusehen :) Natürlich war es heute Abend noch dunkler. Fotos?... *pffffff* Allerdings hatten WITTR auch mit einigen Problemchen zu kämpfen. Erst hörte man Gesang und Bass so gut wie gar nicht, dann fing eine Box an zu bröseln. Trotzdem einmal mehr eine verdammt geile, atmosphärische Show!

Noch mehr Post Rock/Trip Rock, diesmal ohne Nebel, aber auch ohne Licht :: ARMS & SLEEPERS :: haben mehr Effektgeräte als alles andere auf der Bühne, aber auch ein (echtes) Drumkit, Gitarre und Xylophon, und zauberten mit ihren vielen Knöpfen fantastische Soundwälle mit dezentem Gesang. Fand ich wirklich ungemein schön und für mich definitiv eine weitere tolle musikalische Entdeckung :) Da fällt mir grad noch ein, die Jungs sind derzeit in Deutschland auf Tour!

Ich würde sagen, nach den Arms & Sleepers auf der kleinen Bühne, bildeten :: THE OCEAN :: auf der Mainstage den Höhepunkt des Tages, was die Anzahl und Reaktionen der anwesenden Fans anging. Hier gab es ein paar Lacher vorneweg, da sich die Band mit einem Streicher-Trio verstärkt hatte und die Mädels relativ hilflos aussahen, wenn es darum ging, die Kabelenden ihrer verstärkten Instrumente in den richtigen Stecker zu stecken ;) Wie auch immer, eine riesige Leinwand sorgte für eine visuell-atmosphärische Untermalung (der Drummer saß passenderweise an der Seite) und spendete sogar ein bisschen Licht. THE OCEAN spielten hier eine Special Show, zum einen, um die Veröffentlichung des neues Albums Heliocentric zu zelebrieren (09. Mai), zum anderen ist ja Robin Staps Initiator und Veranstalter des FRICTION FESTS ;)

Auch die schwedischen :: PG. LOST :: scheinen in hiesigen Kreisen äußerst beliebt zu sein. Das Foyer war nun rappelvoll und man musste sich einen Platz vorne regelrecht erkämpfen. Klassisches Post Rock Ensemble, weitestgehend instrumental, nur ganz selten mal ein paar gesungene Textzeilen. Einfach nur schön!

Schweden die Zweite und mit :: ENTOMBED :: gab es endlich wieder ein paar heavige Töne ;) Irre lange her, das ich die Schweden zuletzt live gesehen habe, Wusste gar nicht, dass die Herrschaften noch so rocken können ;) In der merklich geleerten Halle jedenfalls herrschte reges Bangen und sonstige Bewegung, während Lars-Göran Petrov und Co. einen wilden Mix aus Klassikern vom Debüt Left Hand Path, dem Meisterwerk Wolverine Blues und dem neuen Album Serpent Saints ins Publikum feuerten und mit dem grandiosen Left Hand Path abschlossen.
Setlist: Just As Sad, Serpent Saints, Out Of Hand, Revel In Flesh, To Ride Shoot Straight And Speak The Truth, I For An Eye, Stranger Aeons, The Dead The Dying And The Dying To Be Dead, Demon, Wolverine Blues, Like This With The Devil, Night Of The Vampire, Supposed To Rot // Left Hand Path

Vor nicht allzu langer Zeit entdeckt, für grandios befunden und zum ersten Mal im Dezember letzten Jahres live gesehen - eins der geilsten Konzerte in 2009 - :: BOHREN & DER CLUB OF GORE :: Perfekter Ausgleich und Ausklang nach Entombed, wenn auch mit einer halben Stunde Verspätung und natürlich auf stockdunkler Bühne, mal abgesehen von den dezenten Spots und dem leuchtenden Logo. Leider war die Songauswahl und die schwarzhumorigen Sprüche so ziemlich dieselben, wie im Dezember 2009. Überraschungen gab es also keine. Außerdem war die Luft bei den noch Verbliebenen zu dieser späten Stunde merklich raus.

Damit geht der erste Tag des FRICTION FESTS zu Ende. Spät und todmüde verlasse ich das Gelände. Mit den Besuchern kann man zufrieden sein (ca. 800?), denke ich, vielleicht werden es morgen noch ein paar mehr. 30 Bands für 60 Euro = 2 Euro pro Band, da kann man nicht meckern, schon gar nicht bei diesem Billing! Die Atmosphäre ist sehr relaxt, draußen gibt es neben dem Merch eine vegane Suppenküche mit leckeren Gerichten und Kuchen (max. 2 Euro) und das Bier kostet auch nur 3 Euro. Das ist ok ;) Und jetzt... Ausschlafen…

 

story & pics © Dajana